Skalarwellen – was ist das?

Wenn man das Internet nach
diesem Begriff durchsucht,
landet man unweigerlich bei
Prof. Dr. Meyl, der sich als
„Erfinder“ dieser ominösen
Wellen bezeichnet und
elektrische Baukästen verkauft,
mit denen man alles mögliche anstellen kann. Aber
der Reihe nach.

Skalarwellen sind hypothetische,
elektromagnetische Wellen, die sich von
herkömmlichen elektromagnetischen Wellen durch
eine Schwingungsebene parallel zur
Ausbreitungsrichtung unterscheiden und
phantastische Eigenschaften haben sollen. Im 19.
Jahrhundert postulierte bereits Nicolai Tesla die
„freie Energie“, ungeachtet dessen, was er in der
Schule gelernt hatte, nämlich, dass Energie weder
erzeugt, noch verbraucht werden kann. Sie kann
nur von einer Form in eine andere Form
umgewandelt werden.

Konstantin Meyl geht viel weiter, er verhunzt die
Maxwellschen Gleichungen, besonders für die
drahtlose Energieübetragung mit Skalarwellen
einschließlich des „Overunity-Effekts“, doch
seine behaupteten Eigenschaften stehen allesamt
im Widerspruch der physikalischen
Standardmodelle, zum Beispiel: Keine Abschirmung
durch einen Faradayschen Käfig sowie eine
Ausbreitungsgeschwindigkeit, die höher ist als
die Lichtgeschwindigkeit. Während Teslas
Überlegungen noch ein materielles Medium
erforderten, Luft oder Erde, sagt Meyl, es wäre
nicht nötig, weil Longitudinalwellen
verantwortlich seien, bestehend aus elektrischen
Potentialwirbeln. Und schon propagierte Meyl
seine Vorstellung der Skalarwellen auch auf dem Markt der Pseudomedizin: seine Firma Indel verkaufte Experimentiergeräte für 7.888 Euro. Die Heilpraktikerszene entwickelte eine Therapie, die
sofort dankbar übernommen wurde. Man behauptete,
jene Skalarwellen seien masselos und können
mehrfache Lichtgeschwindigkeit erreichen. Sie
kommen mit höherer Energie an, als im abgesandten
Zustand. Sie sind schneller als die von Hertz
entdeckten Wellen. Sie erzeugen weder Hitze noch
Elektrosmog. Also eignen sie sich besonders gut
zur Übertragung therapeutischer Informationen auf
physikalischem Weg in jede Zelle des menschlichen
Körpers.

Prof. Dr. Meyl sieht seine einheitliche
Feldtheorie nicht im Gegensatz zu den klassischen
Gesetzen, sie würden ihre Gültigkeit behalten,
aber als Sonderfall. Der erweiterte Blickwinkel
der Potentialwirbel objektiviert das
physikalische Weltbild, so dass sie
gleichberechtigt neben der Einstein´schen
Relativitätstheorie steht. Sagt er, und verkauft
Bücher, hält Vorträge, verdient Geld. Die Esotera
darf auch nicht fehlen, sie publizierte einen
umfangreichen Artikel über
Meyls Theorie, demnach
sie sich als stichhaltig erweisen und (abermals)
das Weltbild der Physik und Biologie erschüttern
würde. Zugleich mache sie Psi-Phänomene und
wesentliche Elemente der Esoterik
wissenschaftlich erklärbar.

Die letzten 10 Jahre seines
Lebens verbrachte Nikolai Tesla
auf Kredit in New Yorker
Hotels, bis er von der
Westinghouse Company eine
kleine monatliche Rente für
beratende Tätigkeiten bezog.
Konstantin Meyl hingegen hält Teslas Vision der
freien Energie aufrecht, indem er Postulate in
den Raum stellt, die ihm mehr Häme als
Anerkennung bringen.

Für nähere Informationen:
Aufsatz, Versuche mit einem Tesla-Nachbau von
Prof. Konstantin Meyl

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